Businessplan erstellen
Businessplan erstellen: Schritt für Schritt
Du hast eine Geschäftsidee. Vielleicht kennst du bereits deine Zielgruppe und hast erste Vorstellungen davon, wie dein Unternehmen aussehen soll. Doch jetzt steht die nächste große Frage im Raum: Wie erstelle ich einen Businessplan?
Für viele Gründer wirkt der Businessplan zunächst wie eine große Hürde. Viele Seiten, Zahlen, Tabellen und Fragen, auf die man vielleicht noch nicht alle Antworten hat.
Doch ein Businessplan ist mehr als ein Dokument für die Bank, die Arbeitsagentur oder einen Förderantrag.
Ein guter Businessplan hilft dir, deine Idee zu strukturieren, Chancen und Risiken zu erkennen und aus einer ersten Vorstellung einen konkreten Plan für deine Selbstständigkeit zu entwickeln.
In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, wie du einen Businessplan erstellst.
1. Executive Summary: Deine Geschäftsidee auf den Punkt bringen
Die Executive Summary steht am Anfang deines Businessplans, wird aber häufig erst am Ende geschrieben.
Hier fasst du die wichtigsten Punkte deiner Gründung zusammen:
- Was ist deine Geschäftsidee?
- Welches Problem löst du?
- Wer sind deine Kunden?
- Was ist dein Angebot?
- Wie verdienst du Geld?
- Was unterscheidet dich vom Wettbewerb?
- Wie sieht dein Kapitalbedarf aus?
Die Executive Summary sollte kurz, verständlich und überzeugend sein.
Stell dir vor, jemand hat nur wenige Minuten Zeit. Nach diesem Abschnitt sollte klar sein, was du vorhast und warum dein Vorhaben Erfolg haben kann.
2. Die Gründerperson: Warum bist du die richtige Person?
Eine Geschäftsidee ist wichtig. Aber auch die Person dahinter spielt eine entscheidende Rolle.
Beschreibe deshalb:
- deine beruflichen Erfahrungen
- deine fachlichen Kenntnisse
- deine Ausbildung und Qualifikationen
- deine persönlichen Stärken
- deine Motivation für die Gründung
Frage dich:
Warum bin gerade ich in der Lage, dieses Unternehmen erfolgreich aufzubauen?
Dabei musst du nicht perfekt sein. Wichtig ist, ehrlich zu zeigen, welche Kompetenzen du mitbringst und wie du mögliche Lücken schließen möchtest.
3. Die Geschäftsidee und das Geschäftsmodell beschreiben
Jetzt wird es konkret.
Beschreibe:
- dein Produkt oder deine Dienstleistung
- den konkreten Nutzen für deine Kunden
- das Problem, das du löst
- dein Geschäftsmodell
- deine Einnahmequellen
- deine Preisgestaltung
Versuche, möglichst verständlich zu formulieren.
Deine Geschäftsidee sollte nicht nur für dich verständlich sein. Auch Außenstehende müssen schnell erkennen können, welchen Nutzen dein Unternehmen bietet.
4. Zielgruppe und Kunden analysieren
Eine gute Geschäftsidee braucht Kunden.
Beschreibe deshalb möglichst konkret:
- Wer sind deine Kunden?
- Welche Bedürfnisse haben sie?
- Welche Probleme beschäftigen sie?
- Welche Wünsche und Erwartungen haben sie?
- Wie erreichen sie deine Angebote?
Eine häufige Aussage lautet:
„Mein Angebot ist für alle interessant.“
In der Praxis ist das selten erfolgreich.
Je genauer du deine Zielgruppe kennst, desto besser kannst du dein Angebot, dein Marketing und deinen Vertrieb darauf ausrichten.
5. Markt und Wettbewerb analysieren
Kein Unternehmen arbeitet ohne Markt.
Deshalb solltest du untersuchen:
- Wie entwickelt sich der Markt?
- Wie groß ist dein potenzielles Marktvolumen?
- Welche Trends sind relevant?
- Welche Wettbewerber gibt es?
- Welche Preise sind am Markt üblich?
- Welche Chancen und Risiken bestehen?
Konkurrenz ist nicht grundsätzlich ein Problem. Sie kann zeigen, dass es bereits eine Nachfrage gibt.
Entscheidend ist:
Warum sollen Kunden sich für dich entscheiden?
Hier entwickelst du deine Positionierung und deinen Wettbewerbsvorteil.
6. Marketing und Vertrieb planen
Selbst das beste Angebot verkauft sich nicht automatisch.
Deshalb braucht dein Businessplan eine klare Antwort auf die Frage:
Wie gewinne ich meine ersten Kunden?
Mögliche Maßnahmen sind:
- persönliche Netzwerke
- Empfehlungen
- Kooperationen
- Social Media
- Suchmaschinenoptimierung
- Online-Werbung
- Direktvertrieb
- Veranstaltungen
- E-Mail-Marketing
Wichtig ist, dass deine Marketing- und Vertriebsstrategie zu deiner Zielgruppe und deinem Budget passt.
Beschreibe außerdem den konkreten Weg:
Wie wird aus einem Interessenten ein zahlender Kunde?
7. Die Unternehmensorganisation planen
Wie wird dein Unternehmen aufgebaut?
Beschreibe:
- Rechtsform
- Standort
- Aufgabenbereiche
- Personalplanung
- notwendige Partner
- technische und organisatorische Voraussetzungen
Gerade am Anfang muss nicht alles perfekt sein.
Aber du solltest zeigen, dass du weißt, welche Strukturen für den erfolgreichen Start notwendig sind.
8. Chancen und Risiken ehrlich bewerten
Jede Gründung bringt Chancen und Risiken mit sich.
Wichtig ist nicht, alle Risiken auszublenden.
Ein überzeugender Businessplan zeigt, dass du mögliche Risiken erkennst und Maßnahmen planst, um damit umzugehen.
9. Finanzplan erstellen
Jetzt kommen die Zahlen.
Der Finanzplan ist einer der wichtigsten Bestandteile deines Businessplans.
Er sollte mindestens enthalten:
Umsatzplanung
Wie viele Kunden möchtest du gewinnen?
Welchen Preis zahlten deine Kunden?
Wie entwickeln sich deine Umsätze?
Kostenplanung
Berücksichtige zum Beispiel:
- Miete
- Versicherungen
- Marketing
- Personal
- Software
- Material
- Beratung
- Steuern
Liquiditätsplanung
Du planst, ob zu jedem Zeitpunkt genügend Geld vorhanden ist, um deine Rechnungen zu bezahlen.
Gewinn und Liquidität sind nicht dasselbe.
Ein Unternehmen kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem Probleme bekommen, wenn Rechnungen zu spät bezahlt werden.
Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplanung
Hier zeigst du:
- wie viel Geld du zum Start benötigst
- wofür du es benötigst
- wie du dein Unternehmen finanzierst
10. Den Businessplan kritisch prüfen
Bevor du deinen Businessplan für einen Gründungszuschuss, eine Finanzierung oder andere Zwecke einreichst, solltest du ihn noch einmal kritisch überprüfen.
Frage dich:
- Ist meine Geschäftsidee verständlich beschrieben?
- Sind alle Aussagen nachvollziehbar?
- Passen meine Annahmen und Zahlen zusammen?
- Sind meine Umsatzprognosen realistisch?
- Sind die Maßnahmen konkret geplant?
- Werden Chancen und Risiken berücksichtigt?
Ein guter Businessplan überzeugt nicht durch möglichst viele Seiten.
Er überzeugt durch klare Aussagen, nachvollziehbare Annahmen und realistische Zahlen.
Die Businessplan-Checkliste: Schritt für Schritt
- Geschäftsidee klar beschreiben
- Nutzen für die Kunden definieren
- Gründerprofil erstellen
- Zielgruppe analysieren
- Markt untersuchen
- Wettbewerb analysieren
- Positionierung entwickeln
- Marketing planen
- Vertriebsstrategie entwickeln
- Unternehmensorganisation festlegen
- Chancen und Risiken bewerten
- Umsatz planen
- Kosten planen
- Liquidität planen
- Kapitalbedarf ermitteln
- Finanzierung planen
- Businessplan kritisch überprüfen
Fazit: Der Businessplan ist dein Fahrplan für die Gründung
Ein Businessplan ist nicht nur ein Dokument, das du einmal erstellst und anschließend ablegst.
Er ist dein persönlicher Fahrplan für den Weg in die Selbstständigkeit.
Während du deinen Businessplan erstellst, setzt du dich intensiv mit deiner Geschäftsidee auseinander. Du erkennst offene Fragen, überprüfst Annahmen und entwickelst konkrete Lösungen.
Dabei muss dein erster Entwurf nicht perfekt sein.
Ein guter Businessplan entsteht Schritt für Schritt – genau wie ein Unternehmen.
Du möchtest deinen Businessplan nicht alleine erstellen?
Wenn du deine Geschäftsidee strukturiert weiterentwickeln und einen fundierten und professionellen Businessplan erstellen möchtest, kann ein Gründungscoaching sinnvoll sein.
Gemeinsam können wir Schritt für Schritt an den entscheidenden Themen arbeiten:
Geschäftsidee → Geschäftsmodell → Zielgruppe → Markt → Wettbewerb → Positionierung → Marketing → Vertrieb → Finanzplanung → Businessplan
So entsteht nicht nur ein überzeugendes Dokument.
Du entwickelst gleichzeitig ein besseres Verständnis dafür, wie dein zukünftiges Unternehmen funktionieren und wachsen soll.
Deine Geschäftsidee ist der Anfang. Dein Businessplan macht daraus einen konkreten Weg.
